Aschenbrandt-Elf gegen „Alte Herren“ IV 5:2 (0:2)

Es war angerichtet zu einem weiteren Topspiel auf dem frisch gemähten Grün des Adelebser Sportplatzes. Kaiser Franz hatte uns Sonne geschickt und der liebe Gott, Coach Aschenbrandt ein Trikot, eine Hose, lochfreie Stutzen und keine knallbunten, sondern klassisch schwarze Fußballschuhe – so wie man das von früher kennt, als Spieler noch ohne neonfarben auf dem Platz auffielen und Deutschland Zuhause Weltmeister wurde. Die Altmeister von den Zietenterassen durften heute ran, um gegen die 12 Mann der FCLA Reserve zu spielen. Die Motivation war groß, auch gegen die Fußball-Legionäre aus früheren Zeiten zu gewinnen, da der Trend, aus fünf ungeschlagenen Partien, die Richtung vorgab. „Never Change a winning Team“ dachte sich der Trainer, okay, er konnte auch nicht anders. Allerdings musste er den „Allrounder“ und seinen Zwillingsbruder, Denis Putaro, dieses Mal ins Tor stellen, da Nils Schaper an diesen legendären Sonntagmorgen nicht konnte. Keine Angst für die eingefleischten Schaper-Fans, er hat nichts an der Schulter und steht am kommenden Sonntag wieder im Kasten. Trotzdem hier muss man eine Zeile dem Aushilfs-Keeper widmen, eine klasse Leistung mit guten Paraden und ein sichere Anspielstation als doppelter Libero – Danke Denis.

Das Spiel war von Anfang an ein offenes. Die Flügelzange der Gebrüder Sporleder spulten ordentlich Kilometer runter, angetrieben von den Mittelfeldmotoren Andreas Schmidt, sowie Simon und Jan Leonhardt. Das gewohnt sichere Passspiel der Gegner wurde meist vor dem eigenen 16ner, durch das Abwehrbollwerk, Christopher Arz, Hacki Herwig und Trainer Aschenbrandt unterbrochen, um dann schnelle Konter zu fahren. Allerdings war es in der ersten Viertelstunde mehr ein Mittelfeldkampf, dennoch ohne die Angriffe zu vergessen. Das Spiel nahm immer mehr Fahrt auf und der FC konnte sich auch mehr Chancen erspielen, am Ende versagten die Nerven, der unbedingte Wille, das Tor zu erzielen oder einfach das letzte Zuspiel. Zwar konnten die Gäste immer wieder für Gefahr sorgen, doch uns nie wirklich in Angststarre versetzen. Deshalb fanden sie schnell den Weg der Standards, um auf sich aufmerksam zu machen. Nach einem kurzen Moment der Unachtsamkeit, gelang dem Gast die Führung, durch einen Standard – wie auch sonst. Etwas glücklich, allerdings muss man auch dieses sich erarbeiten. Die Köpfe waren immer noch erhoben, wollte man doch schnell die Antwort geben. Doch auch hier, vergab man gute Chancen, sodass wieder nach einem Standard der Gast die Führung ausbauen konnte. Christopher Arz hatte einfach keine Lust mehr, immer nur Chancen zu vereiteln, Gegenspieler in den Wahnsinn zu treiben oder den Spitznamen, den die früheren Jugendspieler des SC Hainberg „Der Bauer mit der Mistgabel“ ihm wegen seines, für Stürmer nervigen Zweikampfverhalten, zu behalten – da schoss er, in Traumtormanier, das runde Leder über den eigenen Keeper ins Tordreieck! Was für ein schönes Eigentor. Ärgerlich war es trotzdem, da die Gäste mit Glück der Führungstore in die Pause gingen.

Coach Aschi war wie besessen von seinem Siegeswillen. Er hatte Recht, warum die Köpfe hängen lassen, wenn man hier 45 Minuten sehr gut mitgespielt hatte, uns aber nur das Abschlussglück fehlte. Also ran an die Buletten, unsere Halbzeit fing an.

Die alten Herren aus Göttingen genossen wahrscheinlich noch ihren Pausentee und das feine Gebäck, als sich die motivierte „Jugend“ vom FC wieder Fahrt aufnahm. Dann endlich geschah es doch noch, das Anschlusstor. Traumpass J. Leonhardt in den Lauf von Manshausen, der endlich netzte. Nur noch 1:2 und noch eine Menge Zeit, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Alle dachten und erwarteten eine Antwort der Gäste, doch die blieb aus. Und weshalb, weil wir wieder so unglaublich präsent waren und voller Motivation, dieses Spiel noch zu gewinnen. Die Brust gestärkt und breit, der Kopf weit oben. So erkämpfte man sich den Ball, egal ob zentral oder an der Eckfahne – jeder kämpfte für den anderen. Nach einem wieder erneuten Sahnepass von Jan Leonhardt zu Andreas Schmidt, der gekonnt den Ball durchlas, stand der Stehgeiger Manshausen wieder richtig und erzielte per Volley den Ausgleichtreffer. BOOM! Da war er nun, der Ruck, der durch die gesammelte Mannschaft ging. Hainberg komplett aus dem Spiel und von der Rolle, sodass Stürmer Olli Gräbel sogar nach „blinden“ Bällen verlangte. Es dauerte eine Weile, dass Spiel beruhigte sich ein wenig, doch die – Achtung Ironie – zahlreichen Zuschauer spürten, die Hausherren wollten hier noch mehr rausholen. Abgefangener Angriff der Gäste, der über zwei Stationen sofort zu Jan Leonhardt gespielte wurde. Dieser spielte blind auf den sprintenden Manshausen, der zum dritten Mal die Pille einschob. Das Wort, welches Fans aus der zweiten Liga sehr gut kennen, kannte der Manshausen jetzt auch – HATTRICK! Und dann noch ein lupenreiner. BOOM der FCLA lebte und bebte. Ein Angriff nach dem anderen entwickelte jetzt der FC vor dem Tor der alten Herren. Kampf und Ausdauer schlägt eben jede Erfahrung. Plötzlich machte Hainberg auf, sodass Christian König allein auf den Gästetorwart lief. Lotto hätte den Keeper dreimal Fragen können, in welcher Ecke er die Pille versenken soll, doch er wollte es spannend machen und nach dem zweiten Abpraller vom Fänger, nagelte er den Ball über die Linie. 4 zu 2 und das nach dieser ersten Halbzeit. Noch in der Feierlaune entstand der endgültige Todesstoß. Wieder Manshausen, allein auf weiter Flur, der den Torwart umdribbelte, um den mitgelaufenen König in Szene zu setzen und als Wiedergutmachung, ihm sein Doppelpack schenkte.

Friede, Freude, Eierkuchen. Nach einem kräftigen Humba, welches Mütter in Lödingsen wahrgenommen haben, feierte sich die Aschenbrandt-Elf noch sehr lange in der Sonne – ein Wahnsinnsspiel, eine Wahnsinns-Abschiedstour der beiden Veteranen Aschenbrandt und Putaro! Ein supergeiles Gefühl, Teil dieser Mannschaft zu sein.

Kader: Putaro; Arz – Aschenbrandt – Herwig; Ju. Sporleder – S. Leonhardt – Schmidt – J. Leonhardt – J. Sporleder; Brandenburg – König – Manshausen

Torfolge: 1:2; 2:2; 3:2 Manshausen, 4:2; 5:2 König


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