„Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt“

Das letzte Spiel vom Spielertrainer Timo Aschenbrandt sollte auch wieder ein Verrücktes werden. Die dritte Reserve von SVG besiegte uns am gestrigen Sonntagmittag, auf dem A-Platz am Sandweg, mit 1:0 – unverdient, dass muss ich schon in der ersten Zeile verewigen.

Bei guten äußerlichen Bedingungen, nicht zu warm und zu schwül wie in Fortaleza, war das Team eingeschworen, auch das allerletzte Saisonspiel mit drei Punkten zu beenden. Kader war vollständig, eingestimmt und bereit wie nie, unserem Coach seinen Abgang zu versüßen. Sogar ein paar Handvoll heimische Zuschauer kamen zum Spektakel am Sandweg – Danke für die Unterstützung. Die SVG-Spieler baten uns, das Spiel zehn Minuten früher anzupfeifen. So unterbrachen wir das Aufwärm Programm mit dem wichtigen Torschussübungen fürs Spiel – ein schlechtes Omen? Daran dachte keiner, da wir sieben Tage zuvor bewiesen, dass auch wir viele Tore schießen können. Warum ich das alles jetzt schon schreibe – es sollte ein denkwürdiges Spiel werden, mit jeder Menge Torchancen!

Vom Anpfiff an waren die Schwarz-Weiß gestreiften Gäste die Taktgeber. Hinten ließ man nichts anbrennen und nach vorne hin spielte man ordentliche Spielzüge. Dem Gegner keine Luft zum Atmen geben, war auch eine der taktischen Vorgaben des Trainers, der zuerst von Außen das Spiel seiner Schützlinge betrachtete. Auch dem Trainer, der sonst nie mit Lob um sich schmeißt, um uns wach zu halten, fielen keine großen Kritikpunkte in der Halbzeitpause auf. Die erste Halbzeit, ja sogar die vollen 90 Minuten sind eigentlich kurz erklärt, man muss sich als Lesender nur vier Jahre zurückversetzen – WM 2010 in Südafrika. Das erste Gruppenspiel der Spanier gegen die „kleinen“ Schweizer. Dieses Spiel endete nach gefühlten 90 zu 10 prozentiger Ballbesitzstatistik und 15 zu 3 Torchancen: 0 zu 1 für die Schweizer. Zwar wurde Spanien am Ende Weltmeister, aber dieses Ergebnis überraschte alle.

Gut, wir sind nicht Spanien, haben keine einzige Minute lang Tiki-Taka gespielt, dafür manch andere gute Spielszenen gehabt, aber auch wir hatten zu viele Torchancen am gestrigen letzten Spieltag. Und keine davon wollte rein, weder die Stürmer hatten das Glück, noch die Abwehrspieler, die es den Stürmern zeigen wollte wie es geht, konnten sich mit einem Tor krönen. Das gesamte Spiel war sowas von einseitig, dass der Gegner nur zu zwei Torchancen kamen. An solchen Tagen, wo nichts gelingt, musste dann auch Keeper Nils Schaper chancenlos hinter sich greifen. Das 1:0 der Gastgeber in der zweiten Hälfte, stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Hatte alleine schon der, am gestrigen Tage „Mr. Chancentod“, Manshausen neun gute Möglichkeiten, die aber zu keinem Erfolg führten. Torwart, Pfosten oder ein gegnerischen Bein standen der Aschenbrandt-Elf im Wege, um als Sieger vom Platz zugehen. Auch wenn das Spiel noch drei Stunden länger gegangen wäre, wir hätten das Tor nicht getroffen. Manchmal ist eben einer dieser Tage, da fehlt das Glück und am Ende kam noch Pech hinzu.

Trotzdem können wir und besonders Trainer Aschi auf eine gute Saison und eine noch bessere Rückrunde zurückschauen. Alleine die sechs (!) ungeschlagenen Spiele hintereinander, auch gegen einige der Top 5 der Liga (das U20 „Bundesligateam“ von 05 ausgenommen), stehen für sich alleine und eine sehr gute Arbeit des Trainers! Eine Saison mit vielen sehr guten und wenigen sehr schlechten Spielen, aber am Ende werden wir nie das „letzte Heimspiel“, sowie die Menschen Timo Aschenbrandt und Denis Putaro vergessen. Nun könnt ihr alten Hasen die Schuhe wohlverdient und guten Gewissens an den Nagel hängen, jetzt sind andere dran, um in eure Fußstapfen zu treten – ach was schreibe ich, so etwas kann keiner! Vielen Dank nochmals für tolle Fußballjahre, wir werden euch vermissen!


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